Musikmenü lieferte wohlklingende Kost

Jugendkapelle Erlenbach-Binswangen zauberte feines Klangmenü: "Nachschlag" durfte nicht fehlen

Von Werner Glanz (Heilbronner Stimme, 01. Dezember 2005)

Ein anregendes Vier-Gänge-Menü servierte die Jugendkapelle Erlenbach-Binswangen zahlreichen Besuchern in der Sulmtalhalle. "Chefkoch" Andreas Flad sorgte bei "Musik a la Carte" für die Zutaten, die das 35 Köpfe zählende Ensemble wohldosiert und mit Gespür für die richtige Würze zu mischen verstand.
Schon zu Beginn versprach Klaus Varga, Vorsitzender des Musikvereins Erlenbach, eine interessante Menüfolge, die jeweils Orchestermitglied Nikolai Sauselen ankündigte.
Natürlich konnte beim ersten großen öffentlichen Auftritt der neu gruppierten Jugendkapelle nicht alles klappen, dafür war die Zeit der Proben einfach zu kurz. Viele Jugendliche wechselten nämlich im vergangenen Frühjahr zu den Aktiven, und der Neubeginn mit Newcomer Andreas Flad folgte erst im Juni. Dieser hatte allerdings die Messlatte für das erste Jahreskonzert in seiner Ära gleich recht hoch gelegt.
Deutlich wurde das schon bei der Vorspeise, die mit "Wach auf" aus der Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" begann. Danach stellte "Hollywood" eine doch etwas leichter aufnehmbare Musikkost dar.
Das in zwei Blöcken servierte Hauptmenü hatte es dann in sich. Zunächst zauberte das Ensemble ausdrucksstark und mit großer Intensität "Rock-Mobile" und noch vor der Pause "Musique a la Carte" auf die Teller. Kleine Ansatzprobleme und leichte Tontrübungen wurden von den Zuhörern dabei wohlwollend registriert. Mit dem temperamentvollen "Militärmarsch" von Franz Schubert und dem rassigen "Trombone Dreams" endete das Hauptgericht. Hierbei tat sich Benjamin Hahn als Soloposaunist hervor.
Die Nachwuchsmusiker bewiesen ihr Talent auch beim Nachtisch, der mit "Stairway to heaven" begann. Und ein weiteres musikalisches Glanzlicht setzten die Sulmtäler mit dem weihnachtlichen "Tolite hostias". Das war’s? Von wegen, denn der erste Nachschlag folgte auf dem Fuß.
Danach trat Manfred Keicher, Vorstandsmitglied beim Musikverein Binswangen, ans Mikrophon und meinte unverblümt: "Mir hat’s geschmeckt.Und wie geht es ihnen?" fragte er das Publikum. Die Jungmusiker ließen sich nicht zweimal bitten und gaben sodann einen weiteren Nachschlag.
Zum Schluss gab es Geschenke und nochmals einen herzlichen Applaus.


Solist Benjamin Hahn

Benjamin Hahn glänzte an der Posaune bei dem Stück "Trombone Dreams". (Foto: Werner Glanz)