Kayberg lockt Weinfreunde mit edlen Tropfen
Von Wolfgang Müller (Heilbronner Stimme, 22. August 2009)
Erlenbach - Mit einem kräftigen Schluck aus dem Römer haben Bürgermeister Karl Alber und Musikvereinsvorsitzender Klaus Varga gemeinsam mit dem baden-württembergischen Finanzminister Willi Stächele am Freitagabend das 33. Original Erlenbacher Weinfest eröffnet. „Alles ist gerichtet“, rief Alber den Gästen zu. Zuvor hatte pünktlich um 18 Uhr der Neckarsulmer Schützenverein mit krachenden Böllerschüssen die Weintage in der Sulmtalgemeinde eingeläutet. Während des Fests rechnen die Veranstalter wieder mit mehreren zehntausend Besuchern aus dem gesamten Bundesgebiet und dem angrenzendem Ausland. Trotz unbeständiger Witterung wollten zahlreiche Gäste die Eröffnung auf dem Markplatz miterleben. Darunter einmal mehr die lokale Prominenz aus der Bundes- und Landespolitik sowie eine ganze Reihe von Bürgermeistern. Vier Tage lang steht die Doppelgemeinde am Fuße des Kaybergs ganz im Zeichen der edlen Tropfen. Mehr als 100 verschiedenen Sorten Wein und Sekt können die Besucher an den Verkaufsständen probieren. Dazu gibt es wieder Zwiebel- und Petersilienkuchen, der nach traditioneller Art in zwei Backhäusern zubereitet wird. Über 100 Frauen schneiden dafür zentnerweise Zwiebeln und rupfen jede Menge Petersilie. Budenzauber und Fachwerkromantik machen das besondere Flair des Erlenbacher Weinfestes aus. Dazu sorgen 16 Blaskapellen und ein Chor für die musikalische Unterhaltung. Den Auftakt machte der Musikverein Erlenbach mit einem von Dirigent Marco Rogalski eigens komponierten Weinfestmarsch.
Mit einem kräftigen Schluck aus dem Römer haben Bürgermeister Karl Alber (Mitte) und Cheforganisator Klaus Varga (rechts) gemeinsam mit dem Stuttgarter Finanzminister Willi Stächele am Freitagabend das 33. Erlenbacher Weinfestes eröffnet. Bis Montagabend können die Besucher bei Budenzauber und Fachwerkromantik über 100 Sorten Wein und Sekt, Zwiebelkuchen und Blasmusik genießen. (Foto: Andreas Veigel) |
Sekt und Wein vor Budenzauber: Bereits zum Auftakt lassen sich die Besucher rund um den Marktplatz den edlen Rebensaft schmecken. Bis Montagabend ist der alte Ortskern der Doppelgemeinde das Mekka der Weinfreunde. |
Feierlaune am Fuße des Kaybergs
Von Wolfgang Müller (Heilbronner Stimme, 24. August 2009)
Arbeit, Wein, Gesang“ – seit Freitag begrüßt der Leitspruch des Erlenbacher Weinfestes vom Karlehaus die Weinzähne aus dem Unterland und weit darüber hinaus. Am Samstagabend sind die Parkplätze rund um die Sulmtalhalle belegt. Busladungen aus ganz Süddeutschland vergnügen sich beim größten Weinfest im Landkreis Heilbronn. Die Musikkapellen spielen einen Gassenhauer nach dem anderen. Die Besucher singen und tanzen auf dem Marktplatz. Zum 33. Mal ruft der Kayberg seine Jünger in die Fachwerkgassen des alten Ortskerns. Und wieder meint es Petrus gut mit den Viertelesschlotzern. Angenehme Temperaturen, ein paar Wolken – beste Voraussetzungen dafür, dass der edle Rebensaft in Strömen fließt. Doris Baisch und ihr Ehemann Rainer Kübler-Baisch sind eigens aus Stuttgart angereist. „Weil es hier einfach so gemütlich ist“, sagt Doris Baisch am Sektstand vor dem Brunnen. Die Stuttgarter sind längst Stammgäste auf dem Erlenbacher Weinfest. Angefangen wird mit Sekt. Danach geht es die Karte rauf und runter, sagen die beiden und lachen.
Mehr als 100 Sorten Wein, dazu 14 verschiedene Sekte sind im Angebot. Das ist dann auch für die württembergische Weinkönigin Christl Schäfer aus Fellbach zu viel. Die 25-Jährige stattet der Sulmtalgemeinde am Samstagabend einen Besuch ab. „Erlenbacher Wein habe ich bis jetzt noch nie getrunken“, sagt die Weinkönigin. Nach dem rund zweistündigen Rundgang mit Bürgermeister Karl Alber und Cheforganisator Klaus Varga ist sie hocherfreut. „Der Wein hat sehr geschmeckt. Aber das bin ich in Württemberg auch nicht anders gewohnt. “Und der Petersilienkuchen? „Der kam frisch aus dem Ofen.“ Das meint auch Beate Liebler aus Weinsberg. Mit ihrer Tochter steht sie am oberen Backhaus in der Schlange. Seit zehn Jahren ist sie zum ersten Mal wieder auf dem Fest. „Ich bin sicher, die Kuchen schmecken noch wie früher.“ Dafür sorgen mehr als 100 Zwiebelfrauen. Im unteren Backhaus ist Martha Schmitt die Mutter der Kompanie. „Ich schaue danach, dass meine Frauen etwas zu arbeiten haben“, sagt die 91-Jährige und lächelt verschmitzt.
Immerhin gilt es, zentnerweise Zwiebeln zu schälen und kistenweise Petersilie zu zupfen. Eberhard Keicher ist wieder einmal zufrieden. Der Mann der ersten Stunde erinnert sich noch genau, wie klein das Fest vor 33 Jahren begonnen hat und welche Schwierigkeiten anfangs zu überwinden waren. „Seinen Charakter hat das Fest aber bis heute behalten“, sagt der 75-Jährige. „Bei uns dreht sich alles um Musik und Wein.“
Dicht an dicht drängen sich die Besucher rund um das Rathaus. Vier Tage lang ist die Sulmtalgemeinde wieder das Mekka der Weinfreunde. (Foto: Andreas Veigel) |